Oberndorf



Der Ort Oberndorf liegt im Westen der Gemeinde Kraftsdorf, unmittelbar an der Grenze des Landkreises Greiz zum Saale-Holzlandkreis und gehört somit zum sog. Thüringer Holzland.

Die erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 1521. Das Lehnbuch des Klosters Lausnitz nennt 12 seßhafte Männer, die zur Abgabe verpflichtet waren und zu Frondiestleistungen herangezogen wurden. Mit Sicherheit ist aber anzunehmen, dass eine Besiedlung bzw. Ortsgründung in der Oberndorfer Flur schon wesentlich früher erfolgte. Zeitzeuge dafür ist die erste Oberndorfer Kirche, die etwa um 1400 erbaut und um 1776 wieder abgebrochen wurde, da sie verfallen war. Die zweite Oberndorfer Kirche entstand 1776. Sie brannte 1904 durch Blitzschlag ab. Das Ortsbild wird von der evangelischen Kirche, die im Jahr 1905 eingeweiht wurde und im wesentlichen ihr heutiges äußeres Erscheinungsbild behielt, der alten Dorfschule in ihrer unmittelbaren Nähe und dem, in den 90er Jahren stillgelegten Wasserturm geprägt.

Oberndorf, im Volksmund auch Eedendorf genannt, liegt im Quellgebiet des Erlbaches und weist eine Höhenlinie von 325 bis 350 m ü.d.M. auf. Die Grenze zu Hermsdorf bildet gleichzeitig die Wasserscheide zwischen Elster und Saale. Oberndorf entwickelte sich auf Grund der geografischen Lage nicht zum typischen Straßendorf, sondern verzweigte sich in alle Himmelsrichtungen. An dem weiträumig von Wäldern und Feldern umgebenen Ort führt die Autobahn A4 und die Eisenbahnlinie Weimar-Gera vorbei. Durch den direkten Autobahnanschluß und die Nähe des Hermsdorfer Kreuzes ist der Ort auch von außerhalb gut zu erreichen. Von Gera ist Oberndorf 15 km entfernt.

Der Ort hatte in der Vergangenheit seine wirtschaftliche Grundlage neben der Landwirtschaft in der Holzbearbeitung, vorallem im Handel mit Holzwaren. Die Holzhändler fuhren über die großen Handelsstraßen nach Leipzig und weiter bis an die Ost- und Nordsee. Mit Holzprodukten traten sie die Reise an und kehrten mit Fisch und anderen Lebensmitteln zurück.