Kraftsdorf



Das Dorf, am Oberlauf des Erlbaches gelegen, wurde im Jahre 1256 erstmals urkundlich erwähnt, als der Markgraf Heinrich von Meißen dem Kloster Lausnitz zwei Dörfer zueignete, nämlich Kraftsdorf und Hermsdorf. Der Ort Kraftsdorf liegt ca. 3 km vom "Hermsdorfer Kreuz" der Bundesautobahnen A4 und der A9 und 13 km von der Stadt Gera entfernt.

Im Jahre 1876 wurde die Eisenbahnlinie Weimar - Gera eingeweiht und der Bahnhof Kraftsdorf in Betrieb genommen. Durch den Bau der Eisenbahnlienie erfuhr das Steinmetzgewerbe einen großen Aufschwung. Die Erzeugnisse der zahlreichen Sandsteinbrüche dieser Gegend wurden u.a. bis in die Städte Halle und Leipzig geliefert. So fand der Kraftsdorfer Sandstein z.B. beim Bau der Göltzschtalbrücke bei Mylau von 1842-1844 Verwendung. Im Jahr 1937 wurde die Autobahn Dresen - Frankfurt a.M. eingeweiht.
Eine Sehenswürdigkeit sind die z.T. über 200 Jahre alten Fachwerkhäuser, die wieder liebevoll restauriert und hergerichtet wurden. Sie symbolisieren ländliche Kultur und Lebensweise und prägen das Bild des Ortes. Sehenswert ist auch die im Jahre 1848 erbaute Kirche "St. Peter und Paul", die 1980 nach der Renovierung neu eingeweiht wurde.
1935 entstand im Tal des Teichgebietes der Tesse ein schön gelegenes Waldbad im Format jener Zeit. Die Tesseteiche wurden von zahlreichen Gästen aus den umliegenden Dörfern und von gutsituierten Bürgern Geras besucht, die hier Erholung und Entspannung fanden.
Ein reizvoller Wanderweg beginnt nördlich des Sportplatzes nach einem langgestreckten Eisenbahntunnel, der vor mehr als 130 Jahren aus heimischem Sandstein errichtet wurde. Durch ausgedehnte Wiesenfluren führt er vorbei an aufgelassenen Sandsteinbrüchen durch ein Naturschutzgebiet bis zur Hubertusquelle. Sehenswert ist auch das Mutzmuseum in dem der Besucher etwas über das elektrisch aufgeladene eierlegende Wollmilchschwein, den Fleischlieferanten für den berühmten Mutzbraten erfahren kann.
In Kraftsdorf befindet sich der Sitz der gleichnamigen Gemeinde.